Konfifahrt 2019

Bei der diesjährigen Konfirmandenfahrt des Ev. Dekanats Groß-Gerau - Rüsselsheim
vom 12. bis 15. Februar 2019 ging es um das Thema "Vertrauen".

Vier Tage lang boten Dekanatsjugendreferent Alexander Kurz und Gemeindepädagogin Nicola Herrlich eine atemberaubende Freizeit mit einem Mix aus Podiumsdiskussion, Workshops, dem Auftritt von Mr. Joy, Disco, Film, Spielen, Lagerfeuer und Andachten im Jugendzentrum Ronneburg. 10 Kirchengemeinden mit 123 Konfirmand*innen aus dem Ev. Dekanat Groß-Gerau - Rüsselsheim erlebten unvergessliche Stunden, Miteinander und Gespräche mit Tiefgang und Einsichten.

Bereits zum Eröffnungsabend war der große Saal einladend mit 400 Luftballonen, Musik-,Ton- und Lichtanlage, Beamer und einer großen Leinwand vorbereitet für eine Podiumsdiskussion, bei der Berufsvertreter aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Medien das Thema Vertrauen jeweils aus ihrer Praxis einführten. "Wie können Mitarbeiter*innen noch Vertrauen in die Firma Opel entwickeln?" lautete auch prompt die kritische Rückfrage an Gerrit Riemer aus den Zuschauerreihen. Hoch konzentriert und interessiert stellten die Jugendlichen an diesem Abend Fragen wie: "Kann man glücklich sein, wenn man niemandem vertraut?" oder "Wie soll man das Vertrauen wieder aufbauen, wenn es gebrochen wurde und man weiß, dass der andere nur lügt?" Dekanatsjugendreferent Alexander Kurz hat das Thema "Vertrauen" auch mit Blick auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag bewusst gewählt: "Wir versuchen, ein Thema aufzugreifen, welches bei den Jugendlichen brennt und ihnen so die Möglichkeit zu geben, dies aus verschiedenen Richtungen zu beleuchten." Ziel der Konfifahrt sei es: "Jugendlichen Kirche auf eine ganz andere Weise näherzubringen und zu zeigen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, den Glauben zu leben", so Kurz.

In 12 Workshops, an denen die Jugendlichen an zwei Tagen mit jeweils neuer Zusammensetzung rotierten, wurde Vertrauen vielfältig beleuchtet.

Vertrauen in mich?
"Welches Vertrauen habe ich in mich?" So lautete das Thema von Pfarrer Wilfried Ritz aus Ginsheim, der mit Experimenten mit Spiegeln und Video das Bewusstsein der Jugendlichen weckte, wie sie Selbstvertrauen gewinnen und welche Schritte sie dafür gehen können.
"Schau dir in die Augen und auf deine Person" ermunterte Ritz die 14-Jährigen zum Blick in einen Handspiegel. Gar nicht so einfach, mit sich selbst liebevoll umzugehen und zu sich selber zu stehen. Für die Jugendlichen ein ungewohnter Anstoß, steht doch meist das Äußere oder die Frage, "wie werde ich von den anderen gesehen" im Vordergrund.

Vertrauen in die Zukunft?
Im Workshop mit dem Kelsterbacher Pfarrer Nico Kopf ging es um das Thema: "Welches Vertrauen habe ich in die Zukunft?" Dabei konnte jeder bildlich festhalten, wie er oder sie sich die Zukunft in 10 Jahren wünscht. Ob Leben in einer WG, Medizinstudium oder Fußballprofi: "Meine Zukunft ist mein Leben und ich bin frei, Ziele selbst zu konkretisieren und das schafft Selbstvertrauen" ermunterte Pfarrer Kopf die Jugendlichen, selbstbewusst Zukunft mit der Gegenwart zu verbinden.

Vertrauen in Medien?
Sonja Bräuer, Pressesprecherin im Rheinland-Pfälzischen Innenministerium erlebte in ihren Workshops die Jugendlichen skeptisch in Puncto Vertrauen in die Politik. Ihr ging es darum, zu vermitteln, wie man Fake-News von wahren Meldungen unterscheiden lernt und so auch Vertrauen in die Politik gewinnt. Lea Nau aus Trebur hat dabei gelernt: "dass ich in den Medien darauf achte, ob Bilder verändert werden oder Artikel nur einmalig oder auch woanders veröffentlicht sind."

Vertrauen in meine Stärken?
Tamara Gruber übte in ihrem Workshop, wie Jugendliche mit Gefahrensituationen umgehen können. Mithilfe von Alkoholbrillen wurde veranschaulicht, welche Gefahren von Alkoholmissbrauch ausgehen und wie man sicher nachhause kommt. Auch Übungen zur Selbstverteidigung in Grenzsituationen standen auf dem Programm.

Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung?
Anhand des Gleichnisses vom verlorenen Sohn kamen die Konfirmand*innen im Workshop von Pfarrerin Ellen Schneider-Oelkers darüber ins Gespräch, welche Gefühle ein Vertrauensbruch auslöst. Im Rollenwechsel erkannten die Jugendlichen, was es bedeutet, zu verzeihen, welche Scham der Sohn durchlitten hat, der in der Fremde all sein Vermögen verprasst hatte und wie schwer und heilsam es ist, zu Fehlern zu stehen.

Auch die Pfarrerinnen und Pfarrer Monika Lüdemann (Trebur), Andreas Jung (Martinsgemeinde Rüsselsheim), Claudia Weiß-Kuhl (Gustavsburg), Roswitha Velte-Hasselhorn (Wallerstädten), Sebastian Gerisch (Luthergemeinde Rüsselsheim) und Kerstin Voigt (Mainz-Kostheim) sowie Wildwasser gaben in ihren Workshops wichtige Denkanstöße rund um das Thema Vertrauen.


Höhepunkte der Konfifreizeit boten auch der Auftritt des Zauberkünstlers Mr. Joy, der es atemberaubend auch ohne Worte versteht, das Thema "Vertrauen und Glaube" in Szene zu setzen. Am letzten Abend standen Cocktails von der Dekanatsjugend zur Disco, Filme und Spiele sowie ein großes Lagerfeuer mit bunten Scheinwerfern im Außenbereich auf dem Programm.

Für die Konfirmand*innen, Pfarrer*innen und Betreuer*innen bot die Freizeit viele unvergessliche Erlebnisse, Gespräche und neue Kontakte.

Mit unterstützt wurde die Fahrt des Ev. Dekanats auch durch Spenden von FRAPORT, der Kreissparkasse Groß-Gerau, der EKHN und des Cafés Oestereich in Mainz-Kostheim.

Im kommenden Jahr findet die gemeinsame Konfirmandenfahrt vom 11. bis 14. Februar statt. Kirchengemeinden können sich bereits heute dafür anmelden.


Heidi Förster
Öffentlichkeitsarbeit